© Julia Rauchenberger

Wir möchten euch gerne Micha und Lukas und ihre Plattform nahgenuss vorstellen. Auch sie kommen aus Graz und wollen mit ihrer Plattform vor allem kleinere familiäre Bio-Betriebe stärken.

Die persönliche Beziehung zwischen den Bio-Bauern und Bio-Bäuerinnen und den KonsumentInnen gibt Vertrauen und Wertschätzung”.

Am besten erzählen sie uns einfach selbst, wer sie sind und wie sie dazu gekommen sind:

 

Wir, das sind Lukas und Micha Beiglböck, zwei Brüder aus Graz.

Unsere Großeltern in der Steiermark hatten noch selbst Schweine. Den Bauernhof, auf dem unsere Mutter groß geworden ist, gibt es heute noch. Mittlerweile ist aus ihm ein Bio-Bauernhof geworden, wo man sieht, dass es den Tieren gut geht.

In unserer Kindheit waren wir noch selbst bei Hofschlachtungen dabei. Doch seit damals hat sich vieles in der Landwirtschaft und im Konsumverhalten verändert: Eine Tendenz zu Billigfleisch und Massenställen neben der Autobahn mit bis zu tausenden Tieren sind heute keine Seltenheit.

Bei einer Grillfeier mit Verwandten kamen wir auf Schweinefleisch zu sprechen und auch darauf, wie verschwindend gering der Bio-Anteil bei Schweinefleisch ist. Unser Cousin, selbst Bio-Bauer mit Schweinen, ist ein toller Bio-Bauer, an dessen Hof man sieht, dass es den Tieren gut geht. All das schmeckt man auch bei seinen Produkten. Für den Direktverkauf und den Vertrieb fehlt ihm allerdings die nötige Zeit. So entstand die Idee, ein Projekt zu entwickeln, das Bio-Schweinbauern und Bäuerinnen hilft in die Direktvermarktung einzusteigen oder diese zu erweitern. Es war von Beginn an unser Ziel Perspektiven für die Landwirtschaft zu schaffen, die sich stark am Interesse und den Bedürfnissen der Bio-Bauern und Bio-Bäuerinnen orientieren.

Und: Wir wissen, dass Bio-Schweinefleisch einfach besser schmeckt. Bio-Schweinefleisch spielt in einer ganz anderen Qualitätsliga. Wieder ein Bewusstsein für Genuss und Qualität zu entwickeln ist eines der Dinge, die uns antreiben.

Genau deshalb haben wir nahgenuss gestartet. Wir wollen kleine familiäre Landwirtschaft fördern und Bio-Fleisch zu günstigeren Preisen ermöglichen.

Anfänglich nur auf Bio-Schweinefleisch ausgelegt, haben wir aufgrund der großen Nachfrage, Ende 2017 nahgenuss.at auf andere Produkte erweitert (Bio-Rind, Bio-Lamm,…).

Im Zuge der Corona-Krise 2020 haben einige Bio-Weinbauern Umsatzeinbrüche gehabt, weil die Gastronomiekund*Innen wegfallen sind, es keine Weinverkostungen mehr gab, und kein Heuriger (bei uns in der Steiermark Buschenschank) mehr offen gehabt hat. Da wir vor Herausforderungen nicht weglaufen, haben wir uns nach kurzer Diskussion entschieden, nahgenuss für Bio-Wein zu öffnen. Seit April 2020 wird deshalb auch Bio-Wein von Bauern und Bäuerinnen Ab-Hof auf nahgenuss angeboten.

Die Bäuerinnen und Bauern bekommen mehr als 4 mal soviel vom Verkaufspreis im Vergleich zu klassischen Handelssytemen.

Wie das funktioniert? Die Betriebe zahlen an nahgenuss nur eine Servicegebühr von 12% für Technik, Support und Vermarktung – damit bleiben 88% bei den Erzeuger*Innen statt der nur rund 20% des Verkaufspreises wie im regulären Handel. Damit bleibt den Betrieben nicht nur wesentlich mehr, gleichzeitig zahlen die Kund*Innen weniger für qualitativ gleich hochwertige Produkte als im Handel. Neben dem Preis und der Sicherheit zu wissen, woher das Fleisch im Kühlschrank kommt, schätzen Kund*Innen an der Plattform laut den Gründern auch, dass es auf nahgenuss.at Fleischraritäten von seltenen Rassen, wie beispielsweise Manglitza Schweinefleisch oder Fleisch vom Krainer Steinfasch gibt. Gerade seltene und alte Schweine-, Rind- oder Lammrassen haben im Handel oft keinen Platz, gelten aber als besonderes gut im Geschmack.

Prinzip Crowd-Butchering

Zudem gilt bei nahgenuss das Prinzip des Crowd-Butchering:  Der Verkauf kommt nur zustande, wenn sich genug Kund*Innen finden, um ein ganzes Tier zusammen zu kaufen. Sobald ein Tier online komplett verkauft ist, wird es geschlachtet, zerlegt und die Kund*innen bekommen ihr küchenfertiges Biofleischpaket nach Hause per Kühlversand vor die Haustür zugestellt oder können es sich direkt am Biohof abholen. Das gibt den Bauern und Bäuerinnen die Möglichkeit das gesamte Tier zu verkaufen und alle Teile zu verwerten.

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