© Campingplatz Au an der Donau

Wusstet ihr schon, dass es 15 nachhaltig zertifizierte Campingplätze in Österreich gibt?

Wenn nicht, dann klären wir euch jetzt auf 😊 am Ende des Blogbeitrags findet ihr eine Auflistung der nachhaltigen Campingplätze.

Aber widmen wir uns doch erst einmal der Frage: Was ist eigentlich ein nachhaltiger Campingplatz?

Naja, im Wesentlichen sind das Campingplätze, die nicht nur darauf achten, dass es den Gästen vor Ort gut geht, sondern verstärkt auch den Umweltschutz, eine vielfältige Biodiversität und die Stärkung der regionalen Erzeugung mit einbeziehen. Um dies nachhaltig umzusetzen, gibt es verschiede Möglichkeiten der Beratung sowie der Zertifizierung. In Österreich kommen diese überwiegend von der Organisation Eco Camping sowie vom Österreichischen und Europäischen Umweltzeichen.

Um euch ein gutes Beispiel für einen nachhaltigen Campingplatz zu zeigen, haben wir mit Gerhard vom Campingplatz Au an der Donau in Oberösterreich gesprochen. Dieser kann sich nämlich gleich alle drei, also die Eco Camping Auszeichnung, das Österreichischen sowie das Europäischen Umweltzeichen auf die Fahne schreiben.

Schau auf’s Land: Lieber Gerhard, seit wann ist euer Campingplatz nachhaltig zertifiziert und wie ist es dazu gekommen?

Gerhard: 2014 haben wir uns von Eco Camping zertifizieren lassen und auch gleich das Österreichische sowie das Europäische Umweltzeichen erhalten. Wie… das ist bei uns eigentlich einfach so passiert. Wir haben von Anfang an eine nachhaltige Betriebsphilosophie geführt und haben uns im Zuge dessen dann auch zertifizieren lassen. Wir sind stolz darauf, nachhaltig zu sein und wollen dies natürlich auch gerne unseren Gästen zeigen.

Schau auf’s Land: Was macht euren Campingplatz zu einem nachhaltigen Campingplatz?

Gerhard: Die Maßnahmen für Umwelt und Gäste auf unserem Campingplatz sind vielfältig und reichen in die verschiedensten Bereiche. Die eigene Photovoltaikanlage produziert Strom mit der Kraft der Sonne und unsere Gastronomie wird möglichst energieeffizient betrieben. Zudem ist es für uns ganz klar, dass wir in der Region von unseren Bauern einkaufen, sprich wir werden nicht in Sachen Fleisch, Gemüse von einem Großhändler beliefert, sondern beziehen unser Gemüse vom Bauern aus unserer Gemeinde und sämtliches Fleisch vom kleinen Fleischhauer aus der Nachbargemeinde, der zu 100% Tiere von unseren Bauern hat.

Bier beziehen wir von Stiegl, der den Hopfen vom Mühlviertel, sprich unserer Region hat. Auch Plastikflaschen oder Strohhalme werden unsere Gäste bei uns nicht finden, genauso wenig wie Marmelade oder Butter in verpackten Kleinportionen. Dann gehört noch dazu, dass wir auf unserem Campingplatz jedes Jahr eigentlich eine neue Baumart dazu pflanzen. Sprich unsere kleine Anlage hat mittlerweile mehr als 30 verschiedene Baumarten. Es wird auch jährlich eine Blumenwiese angelegt und im Herbst pflanzen wir so ca. 3-5.000 Blumenzwiebeln, die alle Herzen im Frühjahr höherschlagen lassen.

Schau auf’s Land: Warum war/ist es euch wichtig, deinen Campingplatz nachhaltig zu gestalten?

Gerhard: Naja, also eines ist klar, nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Denn dann müsste man die Stellplätze alle schottern und keine Sträucher dazwischensetzten. Dann hätte man die höchste Wertschöpfung pro m². Wir hingeben „verlieren“ ca. 15% unserer Fläche, da wir dazwischen unterschiedliche Hecken pflanzen. Die einerseits viel mehr Arbeit bedeuten. Aber das Ganze lohnt sich natürlich.

Viele unserer Gäste staunen mittlerweile einfach nur noch über unsere Parkähnlichen Anlage. Dazu werden wir immer wieder angesprochen, ob wir denen Blumensamen verkaufen können, oder wie schön einfach die Blumenweise ist, oder die Frühjahrsblüher…. Oder ob wir wissen, dass wir auch einen Biber haben, bzw. dass nachts manchmal die Rehe bis an den Wohnwagen ran kommen. Oder staunen, weil sie den ersten Eisvogel gesehen haben, oder sich nicht sicher waren, ob sie den schwer zu Gesicht bekommen Pirol gehört haben.

Das und vieles mehr sind Gründe, warum es uns wichtig ist, den Platz, das gesamte Areal, mittlerweile auch Projekte rund um den Campingplatz, nachhaltig zu gestalten.

Schau auf’s Land: Gibt es bei dir auf dem Campingplatz durch die Nachhaltigkeit bestimmte (zusätzliche) Regeln für eure Gäste?

Gerhard: Nein, keine zusätzlichen Regeln, da man Nachhaltigkeit nicht durch Regeln machen kann, man muss Nachhaltigkeit vorleben.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wir hatten nach diesem Interview auf jeden Fall große Lust, dort hinzufahren, um uns selbst ein Bild zu machen. Hier geht es zur Website vom Camping Au an der Donau.

Und hier haben wir euch eine Karte erstellt, wo ihr die 15 nachhaltig zertifizierten Campingplätze in Österreich finden könnt. Viel Spaß beim Campieren und bezieht euch beim Besuch der Campingpläzte gerne auf Schau auf’s Land.

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