© Thomas Hadiner @edelweiss.on.the.road

Thomas und Regina berichten über ihre Erlebnisse:

Bei unserem ersten SAL-Checkin haben wir uns einen ganz besonderen Bauernhof ausgesucht: Der Seebacherhof in Bad Mitterndorf im steirischen Salzkammergut ist eine biologisch kontrollierte Demeter-Landwirtschaft. Hier wird gänzlich auf Maschinen und Traktoren verzichtet, das Ernten ist großteils Handarbeit, das Pflügen übernehmen die hauseigenen Noriker-Pferde.

Bauer Rudl Seebacher will mit dem Verzicht auf schwere Landmaschinen die Verdichtung seiner Böden verringern und so die Humusschicht schonen. Außerdem ist es ihm ein Anliegen, das Wissen über die Arbeit mit Pferden in der Landwirtschaft zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Monokulturen gibt es am Seebacherhof nicht, ebensowenig wie Insektizide und Pestizide. Hier wachsen Kräuter, Blumen, seltenes Gemüse und Obst wild durcheinander. Unkraut heißt hier „Beikraut“ und wird ebenfalls geduldet.

Am Hof haben wir viele Wwoofer kennengelernt. Sie ernten Gemüse, betreuen Hof und Tiere und kümmern sich um die so genannten Biokisterln. Diese Holzkisten werden jede Woche mit dem aktuell verfügbaren Gemüse, Obst, Kräutern und Eiern gefüllt und den Kunden in der Region mit der Pferdekutsche CO2-neutral vor die Haustür geliefert.

Bauer „Rudl“ ist ein super-sympathischer Mensch mit einer äußerst positiven Lebenseinstellung. Nachdem wir mit dem Van angekommen sind, wurden wir gleich herzlich begrüßt und (nach einer kurzen Besichtigung von Edelweiss) gemeinsam mit den Wwoofern zu Bier und Schnaps eingeladen.

Eine weitere interessante Begegnung hatten wir mit Paul, einem Handwerker auf Wanderschaft. Der gelernte Gerüstbauer reist drei Jahre und einen Tag lang zu Fuß durch Deutschland und Österreich, ohne Smartphone; dabei hat er nur seine traditionellen Uniform und ein paar Habseligkeiten. Passend zu unserem Bus hat er uns zwei handgeschnitzte Edelweiss aus Holz als Talisman geschenkt.

Der Stellplatz für uns befand sich im hinteren, ruhigen Teil des Hofes auf einem Stück Wiese neben einem knorrigen Obstbaum und einem Bienenstock. Wir hatten nicht nur Strom, sondern auch einen Lagerfeuerplatz mit gratis Brennholz zur Verfügung. Für das Abendessen sind wir dann zum Hofladen geschlendert und haben uns mit frischem Gemüse (Zuchhini, Zwiebel, Eierschwammerl, Tomaten, Eiern) eingedeckt (Konzept: Der Hofladen hat 24h offen, das Gemüse wird selbst gewogen und das Geld in eine Box geworfen). Wir sind an dem Abend noch lange beim Lagerfeuer gesessen, haben Gemüse-Eintopf gegessen und mit Rudl’s Schnaps auf den tollen Platz und die vielen interessanten Begegnungen angestoßen.

Am nächsten Tag (Frühstück: Eierspeise mit Eierschwammerl aus dem Hoflanden) haben wir noch ein wenig den Hof erkundet, den Woofern beim Pflücken von Apfelminze und dem Packen der Biokisterln zugesehen und die schönen Arbeitspferde auf der Weide bestaunt. Leider ist es sich nicht ausgegangen, sie in Aktion zu sehen (der Boden war noch zu nass zum Pflügen), aber wir kommen sicher mal wieder vorbei.

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